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Oktober-Meldungen der älteren und jüngeren Vergangenheit aus Schmalensee und Umgebung – Teil 2

Schmalensee, den 15.​10.​2026

Werfen wir den Blick zurück in die Geschichte unseres Dorfes und seiner Umgebung. Zahlreiche Quellen liefern uns oft Aufschluss über längst vergessene Geschehnisse und bieten zugleich Gelegenheit für Erinnerungen. Wie immer sind die historischen Meldungen monatlich zweigeteilt, um den Besucherinnen und Besuchern von „gemeinde-schmalensee.de“ ein hoffentlich interessantes Mehr an geschichtlicher Unterhaltung zu bieten. Hier der zweite Teil für den Monat Oktober.

 

Schmalensees Einwohnerzahl vor 150 Jahren: Die „definitiven Resultate“ der Volkszählung vom 1. Dezember 1875 werden am 18. Oktober 1876 zur öffentlichen Kenntnis gebracht. Der Kreis Segeberg wird dabei in die Kirchspielvogteibezirke Segeberg und Bramstedt, die Stadt Segeberg und den Flecken Bramstedt sowie die Bezirke unter Gutsobrigkeit untergliedert. Schmalensee mit seinen am Stichtag 316 Einwohnern ist eine von 105 Landgemeinden im Kreis Segeberg und in der Kirchspielvogtei Segeberg. Deren Verwaltungssitz kann noch heute betrachtet werden: Es ist der unweit vom Bad Segeberger Rathaus gelegene frühere „Höhlenkrug“. 

Bis 1890 wird die Einwohnerzahl Schmalensees rückläufig sein: Eine Volkszählung dieses Jahres, deren Ergebnisse am 13. Oktober 1891 im Segeberger Kreis- und Wochenblatt veröffentlicht werden, ergibt für Schmalensee nur noch 280 Einwohnerinnen und Einwohner. 

 

Schmalensee berät vor 125 Jahren über das Telefon: In Schmalensee findet am 19. Oktober 1901 eine allgemeine Beratung über einen möglichen Anschluss des Dorfes an das Fernsprechnetz statt. Lehrer Heinrich Göttsch erläutert den Anwesenden die Vorteile des Anschlusses. Die Versammlung beschließt, der Gemeinde die jährliche Anschlussgebühr in Höhe von 80 Mark bereitzustellen und Anstrengungen zu unternehmen, zum 1. April 1902 angeschlossen zu werden. Im Postbezirk Bornhöved haben Gönnebek und Ruhwinkel bereits einen Fernsprechanschluss. 

 

Scheune auf dem Hornshof brennt nieder: Um 6 Uhr werden früh werden am 20. Oktober 1911, vor 115 Jahren, die Freiwilligen Feuerwehren von Bornhöved und Schmalensee alarmiert: Auf dem Hornshof steht die Scheune des Hufners Gustav Suhr in Flammen. Der weich gedeckte alte Fachwerkbau brennt bis auf die Grundmauern nieder. Der Wind steht günstig, so dass die Nachbargebäude leicht zu schützen sind. 18 Fuder Heu, mehrere Wagen und landwirtschaftliche Maschinen werden ein Raub der Flammen, während drei Kälber rechtzeitig aus der Scheune haben fliehen können. Man vermutet, dass ein in der Scheune nächtigender Monarch das Feuer ausgelöst hat.

 

Vor 105 Jahren 50 Jahre Lehrerverein: Der Lehrerverein für Bornhöved und Umgebung feiert am 21. Oktober 1921 sein 50-jähriges Bestehen. Am 21. Oktober 1871 wurde der Verein in der Gaststätte Schwiddeldei bei Ascheberg gegründet. Damals war Lehrer Lange aus Schmalensee Gründungsmitglied. Seit 1875 ist der Bornhöveder Gasthof zur Post das Vereinslokal. Die Vorsitzenden waren bisher Martens (Kalübbe) 1871-73, Petersen (Glasholz) 1873-74, Reimers (Bornhöved (1874-99), Böttger (Gönnebek) 1899-1911 und seitdem Hauptlehrer Piening (Bornhöved). Unter der Überschrift „was wir wollen“ hielt die erste Versammlung als Zielsetzung fest: „1. Wir wollen uns erholen und erfrischen; 2. Wir wollen lernen; 3. Wir wollen Anregung im Fortschreiten; 4. Wir wollen durch Einigkeit erstarken.“

 

Leutnant Harder im Osten gefallen: Am 21. Oktober 1941, vor 85 Jahren, fällt der 20-jährige Leutnant Gerhard Harder aus Schmalensee als Angehöriger einer Vorausabteilung an der Ostfront vor Tschwin „in treuester Pflichterfüllung … im Kampf gegen den Bolschewismus“. Gerhard Harder ist ein Sohn von Bürgermeister Heinrich Harder und dessen Frau Bertha, besuchte die Nationalpoltische Erziehungsanstalt (NAPOLA) in Plön und trat nach dem Abitur als Fahnenjunker in die Panzerjäger-Ersatzabteilung II ein. Anfang Februar 1941 wurde er zum Leutnant befördert. Als er fiel war er Träger des Eisernen Kreuzes II. Klasse. Laut Auskunft des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge von 2009 ist Gerhard Harder im russischen Oskuje bestattet und nicht umgebettet worden. 

 

Vorstandsteam führt die Landjugend: Die Landjugendgruppe Schmalensee verpasst sich während ihrer Jahreshauptversammlung am 22. Oktober 1981, vor 45 Jahren, neue Strukturen. Statt eines klassischen Vorstandes gibt es nunmehr ein „Führungsteam“, das die Geschicke der Gruppe lenken soll. Dem Führungsteam gehören Dirk Griese, Holger Wulf und Schriftführerin Karen Griese aus Schmalensee an. Weitere Teammitglieder sind Rita Hamdorf (Berlin), Rüdiger Heisch und Kassenwart Kai David (Bornhöved), Klaus Hintz (Grönwohld), Regine Lütt (Fresenfelde), Holger Rahlf (Seedorf) und Rolf Knust aus Gönnebek.

 

Landwirtschaftliche Winterschule: Die neu eingerichtete Landwirtschaftliche Winterschule des Kreises Segeberg wird am 23. Oktober 1911, vor 115 Jahren, eröffnet. Damit wird dem Bedarf begegnet, den landwirtschaftlichen Nachwuchs auch theoretisch auf seinen Beruf vorzubereiten. Den Lehrstoff bilden unter anderem Grundsätze über einen einträglichen Ackerbau, nutzbringende Viehzucht, Düngungs- und Fütterungslehre, Deutsch, Rechnen, Feldmessen, Obstbau, Verwaltungslehre sowie die Gesundheitspflege der Tiere. Da das Projekt von staatlicher Seite finanziell große Unterstützung erfährt, erklären es die landwirtschaftlichen Organisationen praktisch zur vaterländischen Pflicht, die Schule zu besuchen. 

 

Reitabzeichen für Schmalenseer*innen: Beim Reiterverein Bornhöved und Umgebung haben laut Meldung der Segeberger Zeitung vom 23. Oktober 1981, vor 45 Jahren, umfangreiche Prüfungen der Nachwuchsreiter stattgefunden. Der Schmalenseer Uwe Peckelhoff erlangt das Jugend-Reitabzeichen in Bronze. Die „Führerscheinprüfung für Reiter“ absolvieren erfolgreich Henning Peckelhoff, Birgit Radloff, Uta und Martina Kaack. Damit haben diese Reiter den Nachweis erbracht, dass sie ihr Pferd umwelt- und verkehrsgerecht auf der Straße und im Gelände reiten können. 

 

Kommunalfinanzen vor (oder seit) 25 Jahren: In der Segeberger Zeitung ist am 23. Oktober 2001 zu lesen, dass Schleswig-Holsteinische Landkreistag vor einem Aushöhlen der Kommunalen Selbstverwaltung und den absehbaren finanziellen Kollaps der Gemeinden durch die Politik der Landes- und Bundesebene warnt. Deren Bestreben, Aufgaben nach unten zu delegieren, gehe ohne den dazu notwendigen finanziellen Ausgleich einher. Sozialhilfe, Rettungsdienst, Dorfentwicklung und anderes mehr müssten auf Kosten der Kreise und Kommunen finanziert werden und diese in den Ruin treiben... 

 

Skandal in der Schmalenseer Feuerwehr: Im Segeberger Kreis- und Tageblatt erscheint am 24. Oktober 1931, vor 95 Jahren, ein Leserbrief, in welchem die Schmalenseer Freiwillige Feuerwehr in Kritik gerät: „In unserem Kreis- und Tageblatt lese ich soeben, dass 5000 RM Belohnung für die Ermittlung von Brandstiftern ausgesetzt sind. Die Landesbrandkasse wird wirklich nicht eine so große Summe Geldes als Prämie aussetzen, wenn die Not nicht groß wäre. Eine gute Abwehr ist auch eine ausgezeichnet arbeitende Feuerwehr, und im allgemeinen darf man wohl sagen, daß gerade in unserem Kreise die Wehren auf der Höhe sind. Es gibt aber auch Orte, in denen das nicht der Fall ist. In Schmalensee z.B. hatte die Freiwillige Feuerwehr ihre letzte Uebung im Juli 1930 (!), als in Bornhöved das Kreisfeuerwehrfest war. Seitdem ist nichts wieder gerührt worden. Das ist ein Zustand, der unhaltbar ist. Hier muß etwas geschehen und zwar bald. Die Führung muß veranlaßt werden, eine Aenderung vorzunehmen, oder muß von dem Posten abtreten und einem anderen die Führung überlassen. Ein altgedienter Feuerwehrmann.“ 

Das Protokollbuch der Freiwilligen Feuerwehr Schmalensee gibt darüber Aufschluss, dass die Kritik an Hauptmann Willy Siebke und seinem Vorstand schon wenig später Folgen für den Kritiker hat. Bis zum 27. Oktober ist der Verfasser ermittelt und das Ehrengericht der Wehr schließt Christian Stölting aus dieser aus. Zu einem Lehrstück, wie Persönliches und Politik sich vermischen können, wird, was wir in der weiteren Betrachtung sehen: Willy Siebke wird 1933, nach der sogenannten „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten, denen er nicht angehört, zum Rücktritt gezwungen. Christian Stölting findet Wiederaufnahme in die Wehr und wird diese als Löschzugführer von 1936 bis 1945/46 führen. 

 

Handball im SV Schmalensee vor 80 Jahren: „Sport im Kreise Segeberg – Mitteilungen des Kreissportverbandes Segeberg“ – die erste Ausgabe dieser Schrift erscheint am 24. Oktober 1946 im Kreise der Mitgliedsvereine. Neben Geleitworten von Landrat Dr. Pagel und dem KSV-Vorsitzenden Ackermann sind Berichte aus den Sportarten Fußball, Handball, Turnen und Leichtathletik enthalten. Noch dürfen Ergebnisse des wieder angelaufenen Wettkampfsports nur auf diese Weise veröffentlicht werden. Während im Punktspielplan der Fußball-Oststaffel der TSV Bornhöved aufgeführt ist, findet sich der Ende erst August 1946 gegründete SV Schmalensee im Handballsport wieder, ebenfalls in der Segeberger Oststaffel. Eine Beitragsrechnung des KSV vom 30. Oktober 1946 besagt, dass vom SV Schmalensee 42 erwachsene und 23 jugendliche Mitglieder gemeldet wurden. 

 

Der „Stahlhelm“ kehrt zurück: Eine Wiederbelebung hat vor 50 Jahren im „selbständigen Gau Schleswig-Holstein“ der „Stahlhelm“ erfahren. Im Bad Segeberger Ihlsee-Restaurant findet am Vormittag des 24. Oktober 1976 eine öffentliche Versammlung statt. In den 1920/30er Jahren gab es im Kreis Segeberg zahlreiche Stahlhelmgruppen, auch für Bornhöved und Umgebung, in der zeitweise Ludwig Saggau aus Schmalensee Vorsitzender war. In dem rechtskonservativen Bund vereinigten sich vor allem ehemalige Frontsoldaten der kaiserlichen Armee. Inhaltlich befasste sich der Stahlhelm besonders mit dem Kampf gegen die Bedingungen des Versailler Vertrages, der Abkehr von der Demokratie der Weimarer Republik bis hin zur Bekämpfung des „Weltjudentums“. Im Kreis Segeberg kann man sagen, war die Stahlhelm-Organisation einer der Wegbereiter des Nationalsozialismus gewesen. Welche politische Orientierung der nun neu formierte Stahlhelm verfolgt, zeigt die in der Segeberger Zeitung abgedruckte (bezahlte) Anzeige zur Veranstaltung – sie enthält den typisierten „deutschen Helm“ mit Eisernem Kreuz darauf. 

 

Eine Fahne für den Militärverein: Die Generalversammlung des Militärvereins für Bornhöved und Umgebung, der 80 Mitglieder zählt, beschließt am 25. Oktober 1896, vor 130 Jahren, die Anschaffung einer Fahne. Für 300 Mark soll diese in der Thüringischen Fahnenfabrik in Coburg in Auftrag gegeben werden. Heute befindet sich die unter jahrzehntelanger Verwahrung auf einem Bornhöveder Dachboden gelittene Fahne im Heimatmuseum „De ole Rökerkaat“ und wartet auf eine (kostspielige) Restaurierung. 

 

Kurteilnehmerin Nr. 10.000 in Schmalensee: In dem seit 1959 bestehenden Mütterkurheim des Nordelbischen Frauenwerkes kann laut Meldung der Segeberger Zeitung vom 25. Oktober 1986, vor 40 Jahren die 10.000. Kurteilnehmerin begrüßt werden. Es handelt sich um Marlies Michelsen aus Kiel. Das Mütterkurheim hat in den 28 Jahren seines Bestehens einige Modernisierungen erfahren. So sind die alten Dreibettzimmer fast gänzlich zu Einzelzimmern geworden. Rund 350 Frauen nutzen jährlich die 41 Plätze in Schmalensee. Pastorin Rut Rohrandt, Leiterin des Nordelbischen Frauenwerkes, spricht von einer guten Zeit für die bundesweit 130 Müttergenesungsheime, da die Krankenkassen ihre Bereitschaft gesteigert haben, die Notwendigkeit von Mütterkuren anzuerkennen. 

 

Ein Schmalenseer wird vermisst:Die Preußische Verlustliste Nr. 670, führt auf der Seite 15.866 den gebürtigen Schmalenseer Rudolf Beuck als „vermisst“. Beuck ist Soldat der 12. Kompanie des Reserve-Infanterie-Regiments Nr. 211. Die Ungewissheit über den Verbleib Beucks hält nicht lange an: Am 25. November 1916 wird in der Preußischen Verlustliste Nr. 694 auf Seite 16.494 gemeldet werden, dass Rudolf Beuck nun als „bisher vermisst; verwundet und in Gefangenschaft“ gilt. 

 

Neuer Vorstand für die Landjugend Schmalensee: Die Landjugendgruppe Schmalensee hält am 28. Oktober 1976, vor 50 Jahren, im Gasthof Voß ihre Jahreshauptversammlung ab. Der alte Vorstand um den Vorsitzenden Heiko Rahlf und Kassenwartin Annegret Voß kandidiert nicht wieder. Neue Vorsitzende werden Kay-Uwe Jensen und Inse Thormählen. Stellvertreter werden Dierk Harder und Karin Jensen, Rainer Schulz und Elke Brüning. Zur neuen Kassenwartin wird Freya Jens gewählt, das Amt der Schriftführerin übt zukünftig Margitta Prill aus.   

 

Deutschnationale vor 100 Jahren in Gönnebek: In Gönnebek findet am 30. Oktober 1926 eine öffentliche Versammlung der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) statt. Deren Geschäftsführer Voß aus Neumünster spricht zu der Frage „Wohin steuern wir?“. Voß warnt davor, aktuelle „Scheinerfolge“ der Außenpolitik Stresemanns wie auch das Regierungshandeln der Sozialdemokraten überzubewerten. Die DNVP arbeite auf die Bildung einer „großen Rechten“ im Reich wie in Preußen hin, somit „die Sammlung und Einigung der vaterländisch gesinnten Elemente“. 

 

Bild zur Meldung: Das Mütterkurheim in der Belauer Straße

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Historisches 2026-10-15 (01.​10.​2026)

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Dirk Griese
Dorfstr. 18
24638 Schmalensee

 

Tel.: (04323) 6253
E-Mail:

 

 BesuchPlus im Amt Bornhöved 

 

 

 

 
 
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