Zwei Ausschüsse in einer Woche: Bauen und Finanzen in Schmalensee
Gleich zwei Ausschüsse der Schmalenseer Gemeindevertretung waren in der gerade endenden Woche im Einsatz. Der Finanzausschuss tagte am 14., der Ausschuss für Planung und Umwelt, Bau- und Wegeangelegenheiten am 16. Juni. Letzterer fast parallel zur Jahreshauptversammlung des Verschönerungs- und Vogelschießervereins, der allerdings auch Thema sein sollte...
Trafoturm und Radtour zum Einstieg,
Die Bauausschusssitzung begann zunächst aber mit einer Frage aus der Zuhörerschaft, die ad hoc nicht beantwortet werden konnte: Wann wurde der Trafoturm am Feuerwehrgerätehaus abgerissen? Die Mehrheit tendierte dahin, dass dies vor zehn oder mehr Jahren geschehen sei – es war am 1. Juni 2012.
Einen Bericht zu Fahrradwegen in Schmalensee wollte Bürgermeister Sönke Siebke halten, da er aber fehlte, sodass über Baumaßnahmen nichts berichtet werden konnte. Jürgen Bucksch, der auch dem Vorstand der Aktivregion Holsteins Herz angehört, konnte aber berichten, dass diese eine Reihe von Radtouren auflegt, von denen eine auch von Stocksee kommend und dem Mönchsweg folgend nach Schmalensee führt.
Zwei Bauprojekte im Grasweg
Was das Neubaugebiet im Bereich oberhalb Damsdorfer Straße und Am Ringreiterplatz angeht, konnte berichtet werden, dass es noch Verhandlungen mit der Landgesellschaft Schleswig-Holstein um die Art der Finanzierung gibt. Aus dem Gremium kam Kritik, dass es zu langsam vorangehe. Es wurde eine „Task Force“ gebildet – Sönke Stahl, Thorge Jankowski, Sönke Jens, Jürgen Bucksch, Joachim Wolff, Christian Saggau – um den Bürgermeister bei der Realisierung zu unterstützen und dem Projekt „mehr Drive“ zu verleihen. Erstes Ziel sei, die Landgesellschaft zum Erarbeiten eines Ablaufkonzepts für das Projekt zu bewegen.
Was das „Gewerbegebiet“, also die Ansiedlung der Zimmerei Hippe im Grasweg angeht, so liegt laut Inhaber Frank Mühlenberg nun die Genehmigung seitens der Landesplanung, vorerst nur per E-Mail, vor. Es wird nun mit dem Legen von Ver- und Entsorgungsleitungen zur Erschließung des Grasweges begonnen. „Gebuddelt wird wohl ab Ende Juni“, so Frank Mühlenberg. Davon soll auch das geplante Neubaugebiet profitieren: Ein Leerrohr für spätere Glasfaseranbindung soll gelegt werden. Das ist auch mit dem Breitbandversorger, den Stadtwerken Neumünster (SWN) schon besprochen.
Bäume, E-Ladesäule und Seecontainer
Schon länger im Raum steht das Angebot des Schornsteinfegermeisters Andreas Harms aus Rickling, der gemeinsam mit einem Ofenbau-Partner aus dem Sauerland Schmalensee ein Baumpflanzprojekt für einen vierstelligen Betrag zugesagt hat. Was fehlt, ist ein Ort dafür. Der Ausschuss möchte diesen der Gemeindevertretung in ihrer Sitzung nach den Sommerferien nennen – eine schon bestehende Task Force soll diesen nun rasch ermitteln.
Schnell einig war sich der Ausschuss, dass die kostenlose Abgabe von Elektrizität an der Stromtankstelle am Feuerwehrgerätehaus beendet werden soll, um den Haushalt der Gemeinde nicht weiter zu belasten. Bevor jedoch an der E-Ladesäule bezahlt werden kann, muss diese gegen ein neues, geeichtes Gerät ausgetauscht werden, für dessen Anschaffung eine Empfehlung ausgesprochen wird.
Unterstützen will man den Verschönerungs- und Vogelschießerverein. Der benötigt dringend eine Unterstellmöglichkeit für sein umfangreiches Equipment, das aktuell privat untergestellt ist. Da der Bolzplatz fast immer Dreh- und Angelpunkt von Veranstaltungen des Vereins ist, hofft dieser auf eine Möglichkeit dort und schlug eine Containerlösung vor. Der Ausschuss hätte lieber eine optisch ansprechende Lösung, etwa in Verbindung mit dem Ausbau des Feuerwehrgerätehauses. Da dieser aber noch auf sich warten lassen dürfte, wurde die Verwaltung gebeten, zu prüfen, was die Beschaffung zweier 20-Fuß-Seecontainer kostet und welche rechtlichen Bedingungen zu beachten sind. Die Container seien als Zwischenlösung zu betrachten und der Verein würde diese „verschönern“.
Noch kein Fortschritt beim Kita-Ausbau
Was den Ausbau der Kita-Außenstelle im Sportlerheim angeht, so konnte kein weiterer Fortschritt festgestellt werden: Da seitens der Verwaltung noch kein Antrag auf Genehmigung gestellt worden ist, konnten auch noch keine weiteren Maßnahmen eingeleitet werden. Auch an der Stelle mangelt es offenbar an „Drive“.
Finanzausschuss erfreut sich an guten Zahlen
Der Finanzausschuss konnte in seiner Sitzung den Jahresabschluss 2019 zur Kenntnis nehmen, der mit einem Überschuss von rund 105.000 Euro den laufenden Fehlbetrag der Gemeinde (seit Einführung der doppischen Haushaltsführung) auf nur noch circa 37.000 Euro senkt. Amtsmitarbeiterin Maren Lemberger nannte diese Tatsache den „Anfang der Trendwende“ für Schmalensees Finanzen – schon mit Blick auf das Jahr 2020.
Zahlen zu diesem gab es im Quartalsbericht IV/2020: Das Jahresergebnis wird 196.300 Euro betragen und die liquiden Mittel der Gemeinde auf rund 424.000 Euro anheben. Zwar wird über Investitionen wie den Erwerb von Anteilen an der SH Netz AG nachgedacht, zugleich weiß man aber auch, dass das Feuerwehrgerätehaus erweitert werden muss und bis 2025 Defizite der Kita Eris Arche, Außenstelle Schmalensee, auszugleichen sind.
Kita bereitet auch Finanzausschuss Kopfzerbrechen
Für letztgenannte Position sollte eigentlich ein Vertrag mit dem Trägerverein abgeschlossen werden. Aber nachdem schon der Ausschuss für Senioren, Jugend und Sport mit der Vorlage der Amtsverwaltung unzufrieden war und zusätzlichen Beratungsbedarf im Finanzausschuss gesehen hatte, kam man auch jetzt nicht zu einem Ergebnis. Zwar hatte die Verwaltung ein Zahlenwerk vorgelegt. Das aber bildete nicht die aktuellen Zahlen der Kita ab und warf nur neue Fragen auf. Somit forderte der Finanzausschuss die Verwaltung auf, bis zur nächsten Sitzung der Gemeindevertretung eine schlüssige Vorlage mit nachvollziehbarem Zahlenwerk vorzulegen.
Bild zur Meldung: Grasweg wird erschlossen - Vorbereitungen laufen an













