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Kiesabbau und Kiesverkehr in Schmalensee

Schmalensee , den 26. 07. 2020

Am Donnerstag, 13. August, findet eine Sitzung der Schmalenseer Gemeindevertretung (GV) statt. Im Vorwege haben sich die Fachausschüsse mit vielfältigen Themen beschäftigt, um Entscheidungen vorzubereiten oder bis zur Sitzung der GV das Sammeln weiterer Erkenntnisse zu veranlassen.

 

Aus dem Ausschuss für Planung und Umwelt, Bau- und Wegeangelegenheiten, gibt es Neues zum Kiesabbau zu berichten. 

 

Kies ist das Gold der Gegenwart. Gerade der aus unserer Region ist heiß begehrt, denn seine Körnung ist ideal für den Straßen- und Wohnungsbau geeignet. Auch der Bau der Fundamente für Windkraftanlagen verlangt nach reichlich Kies. Der bedeutende Rohstoff, dessen Abbau schon vor der Windenergie zu den privilegierten Nutzungsvorhaben gehörte, wird aber knapp, wie die Kieler Nachrichten am 23. Juli zuletzt berichtet hatten: Obwohl im Erdreich noch einiges an Kies schlummert, auch und gerade in der Region rund um den Grimmelsberg, ist doch der Zugang zum Teil durch andere Nutzung oder Schutzgebiete für die Kieswirtschaft erschwert, wie Vertreter der Kieswirtschaft beklagen. 

 

Kiesverkehr ist eine Herausforderung

 

Wie bedeutend unsere Region in Sachen Kies ist, stellen wir auch beim Blick auf die Straßen fest. Unzählige Lastwagen sind tagtäglich unterwegs. Das wäre durchaus ein Thema für sich, denn nicht nur die Ortsdurchfahrt B430/Dorfstraße, auch die Damsdorfer Straße wird in hoher Frequenz von den schweren Lkw befahren, deren Geschwindigkeit oft schneller zu sein scheint, als erlaubt. Und auch die Tarbeker Straße wird immer häufiger von Kies-Lkw genutzt, obwohl es Absprachen mit den Unternehmen gibt, das dies nicht geschehen soll.

 

Was die Damsdorfer Straße angeht, so lag dem Ausschussvorsitzenden Sönke Stahl und seinen Ausschussmitgliedern ein Antrag der Gemeinde Damsdorf vor, auf ihre Kosten in Schmalensee ein Verkehrsschild errichten zu können, das eine Geschwindigkeitsbegrenzung (7,5 Tonnen) mit Zusatz „Anlieger frei“ beinhaltet. Hintergrund dieses Antrags sei, die Zahl der Durchfahrten von Kies-Lkw in der Ortsdurchfahrt Damsdorf zu reduzieren. 

 

Im Umkehrschluss, so kritische Stimmen im Gemeindesaal, hieße das, Damsdorfer Kies bevorzugt durch Schmalensee abfließen zu lassen, also ein Problem der vom Kiesabbau profitierenden Nachbargemeinde von dieser nach Schmalensee zu verlagern, das dafür einen Mehraufwand bei der Instandhaltung von Straßen und ein Mehr an Gefährdung von Passanten hätte. Dies soll beobachtet werden. 

 

Grundsätzlich entsprach der Bauausschuss dem Anliegen Damsdorfs – mit der Ergänzung, das ein Aufstellen von zwei Schildern sinnvoll sei: Eines, wie von Damsdorf gewünscht, unmittelbar hinter der Zuwegung in den Segeberger Kampsweg zum Werk der Firma Dörner, ein zweites in der Einmündung der Damsdorfer Straße von der Ortsdurchfahrt Schmalensee. 

 

Kieswerk Mang de Bargen wird erweitert

 

Während auf den Abbauflächen der Firma Dörner laut deren Aussagen bereits das Verfüllen in Angriff genommen wird – aus diesem Bereich hat Gerhard Harder in seiner Eigenschaft als Jäger ein paar sehr schöne weil beeindruckend unnatürlich wirkende Hügel fotografiert – strebt die Firma Krebs eine Erweiterung ihrer Bornhöveder Abbaufläche Mang de Bargen auf Schmalenseer Flächen bis an die Tarbeker Straße heran an.

 

Im Blickpunkt war am 2. Juli davon zu lesen; die Antragsunterlagen samt erforderlicher Gutachten sind bis zum 6. August während der Sprechzeiten und nach Terminvereinbarung in der Amtsverwaltung im Trappenkamper Bürgerhaus einsehbar. 

 

Der Gemeinde Schmalensee war dieses privilegierte Vorhaben am 26. Juni 2019 im Rahmen eines Scoping-Termins im Gasthof Voß vorgestellt worden. Bei diesem hatte Bürgermeister Sönke Siebke noch einmal auf den in der Gemeinde Schmalensee existierenden Landschaftsplan hingewiesen, der Kiesabbau in Schmalensee, sofern dieser stattfinden sollte, in einem Bereich an der Gemarkungsgrenze zwischen Stockseer und Damsdorfer Straße vorgesehen hatte. Allerdings liegt es nahe, dass hier ein bestehendes Werk erweitert und nicht ein neues angelegt werden soll. 

 

Kritik: Gemeinde hat keine eigene Handhabe

 

Den Anwohnern im Außenbereich an der Tarbeker Straße kommt damit der Kiesabbau freilich immer näher. Was im Rahmen des Scoping-Termins zugesichert worden sei, ist, dass es an der Tarbeker Straße keine Werksausfahrt geben werde, so Sönke Siebke. Der Kiesverkehr für dieses Werk erfolge weiterhin über die vorhandene Ausfahrt und extra verbreiterte Zufahrt, die beim Hornshof/Willingshöfen die Lkw direkt auf die B430 und dann weiter in Richtung A21/B404 lenkt.

 

Auch hier gab es angesichts des Landschaftsplans Kritik aus der Versammlung; gefasste Beschlüsse hätten kaum noch Wert, wenn sogenannte privilegierte Nutzungen diese übertrumpfen könnten. Denn im weiteren Verfahren, so erfuhren Mitglieder des Ausschusses und Besucher der Sitzung, habe die Gemeinde keine Handhabe. 

 

Bleibt nun abzuwarten, wann die Erweiterung der Kiesabbaufläche Mang de Bargen tatsächlich beginnen kann. Wie schon berichtet, fanden auf Teilen des Geländes Voruntersuchungen der Geologen der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) im Auftrag der Archäologen statt, die neben bedeutenden Grabstätten der Bronzezeit immer noch nach Siedlungsresten suchen. Solche Forschungsarbeiten, so sie gut begründet sind, genießen wiederum ihrerseits Vorrang, ehe die Bagger anrollen dürfen.

 

 

Foto: Kiesformationen auf dem SegebergerKamp, Fotografiert von Gerhard Harder

Fotoserien zu der Meldung


Kiesabbau (26. 07. 2020)

Kontakt
 

Gemeinde Schmalensee

Bürgermeister

Sönke Siebke
Dorfstr. 61
24638 Schmalensee

 

Tel.: (04323) 8209
E-Mail: