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Juni-Meldungen der älteren und jüngeren Vergangenheit aus Schmalensee und Umgebung – Teil 1

Schmalensee , den 01. 06. 2020

Werfen wir den Blick zurück in die Geschichte unseres Dorfes und seiner Umgebung. Alte Zeitungen liefern uns oft Aufschluss über längst vergessene Geschehnisse und bieten zugleich Gelegenheit für Erinnerungen. Quelle dieser Sammlung ist das Archiv der Segeberger Zeitung.

Weil seit Mitte März das neuartige Coronavirus das gesellschaftliche Leben beeinträchtigt und wir sehr wahrscheinlich noch einige Zeit mit Beschränkungen des gesellschaftlichen Lebens belegt sind, gibt es für die treue Leserschaft im Monat Juni die historischen Meldungen zweigeteilt, um ihr in dieser schweren Zeit ein Mehr an geschichtlicher Unterhaltung zu bieten. Hier der erste Teil.

 

Gott zur Ehr – dem nächsten zur Wehr: Was heute üblich ist, nämlich dass Freiwillige Feuerwehren einer Region bei der Bekämpfung größerer Schadenslagen gemeinsam vorgehen, musste vor 140 Jahren behördlich angewiesen werden. Am 5. Juni 1880 meldete das Segeberger Kreis- und Wochenblatt, dass zur Verbesserung des Brandschutzes das „Regulativ über das Feuerlöschwesen aus dem Jahre 1870“ erweitert wurde: Tritt in einem Ort ein Brand aus, der nicht Standort der Spritze ist, so hat der betreffende Gemeindevorstand die Spritze durch reitenden Boten herbeirufen zu lassen. Wird das Feuer vom Stationierungsort der Spritze schon vor Benachrichtigung erkannt, ist die Spritze unverzüglich mitsamt drei bis vier Wasserwagen in Marsch zu setzen.

 

Aufgeheizte Stimmung unter jungen Männern: Von einem allgemein hohen Maß an Gewaltbereitschaft unter jungen Männern zeugen zwei Ereignisse am 5. Juni 1910, vor 110 Jahren, aus Schmalensees Umgebung: Als in Belau der Amtsdiener zum Ende des Scheibenschießens Feierabend anordnet, fallen einige junge Leute über ihn her und verprügeln ihn. Um diesen Tag herum machen in der Ziegelei auf dem Tarbeker Hof zwei Zimmergesellen „Skandal“: Sie bedrohen andere Arbeiter mit dem Messer und es entbrennt eine Schlägerei. Bei Eintreffen des Gendarmen ist halbwegs Ruhe eingekehrt.

 

Der Stahlhelm beherrscht den Kreis Segeberg: In Bad Segeberg findet am 7. Juni 1925, vor 95 Jahren, der „Stahlhelm-Tag“ statt. Der Bund der ehemaligen Frontkämpfer unterhält eine Kreis- und mehrere Ortsgruppen und lädt namentlich den Kreisreiterverein, die Krieger- und Militärvereine sowie alle vaterländischen Verbände des Kreises Segeberg ein. So entsteht ein imposanter Festzug von fast einem Kilometer Länge, der sich durch die Kreisstadt hin zur „Rennkoppel“ zieht. „Der Stahlhelm marschiert nicht nur, er beherrscht den Kreis Segeberg“, schreibt der Berichterstatter des Segeberger Kreis- und Tageblatts. Während des abendlichen Kommerses in der völlig überfüllten Germania nimmt der Stahlhelm-Kreisleiter Böckmann sämtliche Veteranen von 1870/71 als Ehrenmitglieder in den Bund der Frontsoldaten auf, der durchaus als Wegbereiter für den Nationalsozialismus im Kreis Segeberg angesehen werden kann.

 

Schmalensees Pferde für den Krieg: Am 7. Juni 1940, vor 80 Jahren, findet um 9.30 Uhr auf dem Schmalenseer Ringreiterplatz eine Vormusterung von 57 Pferden für den möglichen Kriegseinsatz statt. Wie viele davon tatsächlich an die Wehrmacht abgegeben werden mussten, ist nicht überliefert.

 

Landjugend veranstaltet Ringreiten: Ein Ringreiten der Landjugendgruppe Schmalensee findet vor 60 Jahren, am 12. Juni 1960 statt. Der ganze Sonntag steht im Zeichen des Festes, das um 13 Uhr mit den Reiterwettkämpfen und dem Wettstreit der Mädel beginnt. Am Nachmittag findet der Kindertanz, abends der große Reiterball auf dem Saal beim Gastwirt Hans Voß statt. Lisa Wulf und Hans Siebke bilden das Königspaar.

 

Fragebögen – schon immer kompliziert: Im Kreis Segeberg führen bis zum 14. Juni 1895, vor 125 Jahren, 260 Helfer die verordnete Berufs- und Gewerbezählung durch. Im Kreisgebiet werden 8.270 Haushalte mit 38.967 Einwohnern gezählt – ein Zuwachs gegenüber 1890 um 30 Haushalte und 687 Personen. Besonders der Einsatz zahlreicher Lehrer wird betont. Auf dem Lande haben die Helfer fast alle Schreibarbeiten, also das Ausfüllen der bis zu drei Zähllisten ganz allein erledigen müssen. „Es ist dies aber durchaus nicht einem Mangel an Bereitwilligkeit, sondern lediglich der Complication der Zählpapiere und der Unbeholfenheit der Landleute in schriftlichen Arbeiten beizumessen“, erklärt das Segeberger Kreis- und Wochenblatt.

 

Erfolgreich SVS-Nachwuchsfußballer: Die C-Juniorenfußballer des SV Schmalensee werden Sieger der Staffel B. Das berichtet die Segeberger Zeitung am 14. Juni 1985, vor 35 Jahren. In der Rückrunde der Spielserie 1984/85 wurden alle Gegner von der von Thorsten Neukam und Hartmut Buchholz trainierten Mannschaft besiegt. In der Mannschaft spielen Frank Bobzien, Thomas Isaakson, Jörn Saggau, Marco Voß, Kai Doose, Mathias Looft, Alexander Sötje, Volker Saggau, Norbert Hahn, Olaf Isaakson, Heiko Wulf, Mark Ehlers und Michael Wachs.

 

 

 

 

 

 

 

Foto: C-Juniorenfußballer Staffelmeister SZ 14.06.1985

Fotoserien zu der Meldung


Historisch (25. 05. 2020)

Kontakt
 

Gemeinde Schmalensee

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Sönke Siebke
Dorfstr. 61
24638 Schmalensee

 

Tel.: (04323) 8209
E-Mail: